16_Vom Hinfallen und Liegenbleiben: Kraft schöpfen nach der Kinderwunschzeit

Vom Hinfallen und Liegenbleiben: Kraft schöpfen nach der Kinderwunschzeit

Stolpern, hinfallen, aufstehen, Krönchen richten, weitergehen. Das war bisher oft mein Motto. In manchen Situationen oder Phasen ging das schneller als in anderen. Doch ich bin immer wieder aufgestanden, habe weitergemacht. Diesmal ist es anders. Diesmal habe ich entschieden: ich bleibe einfach mal liegen. Zumindest im übertragenen Sinne. In diesem Beitrag verrate ich dir warum Liegenbleiben manchmal der erste Schritt in eine neue Richtung sein kann.

Warum es manchmal gut ist, einfach liegen zu bleiben

Ja, ich würde auch einfach gerne mal liegen bleiben im Sinne von im Bett, auf der Couch oder sonst wo liegen. Und das darf auch mal sein, ist sogar manchmal zwingend notwendig. Aufstehen kommt dann trotzdem irgendwann, notgedrungen oder freiwillig. 😊

Was ich meine, ist ein innerliches Liegenbleiben. Ein Liegenbleiben, bei dem Zeit ist, sich zu sortieren. Ein Liegenbleiben, um mich zu erholen. Weil ich einfach nicht mehr kann. Weil ich einfach mal „nichts müssen“ muss. Nichts Neues finden müssen muss, wohin ich strebe. Ich möchte einfach sein, in diesem Raum zwischen dem Alten und dem Neuen. Wo einige Türen darauf warten geöffnet zu werden. Aber nicht jetzt. Ich möchte diese Stille aushalten. Mit dieser Leere sein.

Schmerz zulassen und sich sortieren

Am Anfang wollte ich es nicht aushalten. Die Stille war einfach unangenehm. Ich suchte nach Lösungen, um meinen Schmerz zu lindern. Meinen Schmerz darüber, dass wir nach vielen kräftezehrenden Jahren doch kein weiteres Kind im Leben begleiten werden. Dass ich nicht nochmal schwanger sein werde. Die aufgehobenen Babysachen nicht mehr benötige. Unsere Tochter keine Schwester sein wird. Und so vieles mehr. Wir haben es so entschieden, das hat gute Gründe und es schmerzt.

Alternative Wege prüfen und trotzdem Ruhe finden

Diesen Schmerz auszuhalten braucht Kraft und Geduld. Viel lieber lenke ich mich ab. Suche nach Alternativen, wie schon Jahre zuvor bei unserem ersten Kinderwunsch. Vielleicht könnten wir doch adoptieren? Manchmal klappt es ja. Oder doch ein Pflegekind? Pflegeeltern werden doch dringen gesucht. Ich recherchierte, informierte mich. Mein Mann und ich redeten viel. Ließen uns gegenseitig Zeit und redeten wieder. Oder doch ein Camper und viel reisen? Immerhin scheint das mit einem Kind einfacher als mit zwei oder drei Kindern. Nein, das war es auch nicht. Es war anstrengend. Und irgendwie merkte ich: mir ist alles zu viel.

Einfach mal Ruhe – nichts müssen

Nach all den Jahren Kinderwunsch, Schwangerschaft und Babyzeit während Corona und dann erneuten Jahren Kinderwunsch für ein zweites Kind wollte ich nicht mehr. Ich wollte nichts mehr hören. Ich wollte keine Alternative, von der ich nicht überzeugt war. Ich wollte nur noch Ruhe. Irgendwann merkte ich: diese Stille in diesem Raum zwischen dem Alten und dem Neuen, was auch immer es dann sein wird, ist erstmal unangenehm. Vielleicht aber auch einfach nur ungewohnt. Und ich spürte: ich wollte einfach in dieser Stille, dieser Leere, sein. Ich wollte einfach nur mal sein.

Mut, Intuition und Selbstfürsorge entwickeln

Das war eine neue Erfahrung. Immerhin strebte ich seit Kindertagen nach irgendwas. Guten Noten in der Schule, Abitur, Studienabschluss, erfolgreicher Job, Familie mit Kindern, Haus mit Garten und Hund. Sowas eben. Doch was jetzt?

Ich bin auf dem Weg. Schon seit einigen Jahren. Seit der Kinderwunsch nicht so einfach erfüllt wurde und ich auch beruflich nicht zufrieden war. Seitdem hat sich so ziemlich alles in meinem Leben verändert und das feiere ich mittlerweile sehr.

Denn ich fühle mich mir selbst näher als vor dem Kinderwunsch. Ich kenne mich heute besser, kann besser Grenzen setzen, auch wenn es noch immer, je nach Situation, nicht selbstverständlich und leicht für mich ist. Ich lerne immer wieder meine Intuition zu hören und danach zu handeln. Ich traue mich Gefühle zu fühlen, auch die unangenehmen. Und ich bin mutig genug, meinen ganz eigenen Weg zu gehen. Mutig genug, diese Stille und diese Leere in diesem Zwischenraum auszuhalten und nach und nach sogar zu genießen.

Ich muss nichts. Ich darf wählen und ich darf mir Zeit lassen. Und es dauert Zeit Abschied zu nehmen, insbesondere wenn um einen herum gerade der Babyboom von Zweit- und Drittkindern ausgebrochen ist. Und das ist okay. Denn ich weiß, dass es ein Prozess ist, ein Weg, auf dem ich mich befinde mit Höhen und Tiefen und ich vertraue darauf, dass ich genau auf dem richtigen Weg bin.

Dein Raum zwischen Alt und Neu: Teile deine Erfahrungen

Kennst du auch diesen Raum zwischen dem Altern und dem Neuen? Vielleicht auch in einem ganz anderen Kontext? Wie gefällt es dir dort? Schreib mir gerne. Auch, wenn du deine Geschichte zu den Themen Veränderung & Mut in meinem Blog teilen möchtest!

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Hier schreibe ich als Spiritual Life Coach, TCM-Ernährungsberaterin und manchmal ganz privat über herausfordernde Lebensphasen und wie wir uns in herausfordernden Zeiten selbst unterstützen können.

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